J o u r n a l i s m u s |
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| Kriegsführung über Medien | |
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Informationsquellen offenlegen!Nun haben sie also begonnen, die lang erwarteten "Vergeltungsschläge gegen den Terrorismus". Am Sonntag (7. Oktober) griffen britische und amerikanische Bomber und Jagdflugzeuge Ziele in Afghanistan an. Gleich danach erhielten wir widerstreitende Meldungen: Es seien Zivilisten getötet worden, behaupteten die Taleban. Die US-Regierung hingegen beteuerte, die Angriffe richteten sich ausschließlich gegen militärische Ziele und Einrichtungen der Terror-Organisation "Al Quaida". Eine altbekannte Wahrheit beweist sich damit erneut: "Das erste Opfer jedes Krieges ist immer die Wahrheit." Der Missbrauch der Medien zur psychologischen Kriegsführung gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Elementen jeder Militärstrategie. Dagegen können sich Journalistinnen und Journalisten ebensowenig wehren wie ihr Publikum. Auf eine Möglichkeit , den Regeln journalistischer Ethik zur wahrheitsgemäßen Berichteerstattung Geltung zu verschaffen, sollte indes kein Reporter und kein Kommentator verzichten: In Fällen unklarer Faktenlage oder im Krieg sollten die Quellen der Informationen grundsätzlich offengelegt werden. Nach unseren Erfahrungen mit der Wahrheitsliebe von Militärs und Politikern beim Kosovo-Krieg ist Misstrauen gegenüber ihren Aussagen durchaus angebracht. Dies gilt für die NATO ebenso wie für die Taleban und alle anderen Kriegsparteien. Durch Angabe der jeweiligen Informationsquelle mag jede Leserin und jeder Leser selbst entscheiden, ob er diese Nachricht glauben kann oder nicht. Andere Journalistinnen und Journalisten können den Wahrheitsgehalt jeder Angabe so selbst überprüfen, soweit das überhaupt möglich ist. Dafür ist allerdings erforderlich, dass sich alle an diese Regeln halten. Trotzalledem werden wir wohl auch diesmal wieder belogen werden, wenn wir nicht schon längst Opfer von Falschinformationen geworden sind: Was geschah am Freitag (21. September) auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol? Welche Ursache ist wirklich für den Brand in einer Chemiefabrik im französischen Toulouse am selben Tag verantwortlich? Und was hat am Donnerstag (4. Oktober) zum Absturz einer israelischen Passagiermaschine über dem Schwarzen Meer geführt? Die Frage nach erkennbaren Motiven für eine Desinformation der Bürgerinnen und Bürger kann dann bei der Bewertung von Nachrichten helfen, wenn wir wissen, wer sie in die Welt gesetzt hat. Da den Geheimdiensten aber kaum beizukommen sein wird, müssen die redlichen Berichterstatter umso achtsamer arbeiten. Deswegen: Wer die Wahrheit liebt, der sagt auch, woher er sie weiß.
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